Immer über die Grenze
Mit seiner neuen CD »Stigmata« erweist sich Suicides Martin Rev endgültig als ernstzunehmender zeitgenössischer Komponist und schöpft dabei immer noch aus dem Geist von Doo Wop und Dub.
Didi Neidhart, Ralf Summer
18.01.2012
Mit seiner neuen CD »Stigmata« erweist sich Suicides Martin Rev endgültig als ernstzunehmender zeitgenössischer Komponist und schöpft dabei immer noch aus dem Geist von Doo Wop und Dub.
18.01.2012
Weniger eine Ergänzung, als eine Parallellektüre zum neuen Roman stellt die erneute Zusammenarbeit von Thomas Meinecke und Move D dar, die es dann auch ganz locker zur Lieblings-CD bei de:bug geschafft hat. Und das mit gutem Grund. Will einem das Wort »Hörspiel« hier doch nur ganz zögernd von der Zunge gehen. Gut, die beiden sind…
06.01.2012
Hans Platzgumers neuer Roman »Der Elefantenfuß« beschäftigt sich mit dem Unfassbaren und Unsagbaren der atomaren Katastrophe Tschernobyls.
09.12.2011
Mit seinem neuen Buch »Retromania« hat der britische Pop-Journalist Simon Reynolds wieder einmal in
ein Wespennest gestochen und sorgt für gehörige Diskussionen.
05.12.2011
Wie Brian Wilson den Beatles doch noch ihre Englischhörner verbiegt
Zur Veröffentlichung der Komplettneueinspielung von »Smile«, dem bisherigen »most famous pop-music album never released«.
13.11.2011
Auch wenn obskure Horrorfilm-Soundtracks ja schon lange zu den begehrten Sampling-Quellen gehören (und last year’s model Witchhouse ist da nur ein Beispiel), gab es doch bis jetzt so gut wie keine genaueren Untersuchungen dazu, welche genauen Funktionen dem Sonischen der Tonspur bei Horrorfilmen eigentlich zugeteilt sind.
20.10.2011
Electrifying Mojo – das wäre die wohl kürzeste Umschreibung der Verdienste von Bo Diddley, der nicht nur als Beat Creator einen elektrifizierten Doppelgänger aus afro-kubanischen Santeria-Rhyhtmen erschaffen hat.
17.10.2011
Es ist kein Geheimnis: Die Golden Palominos landeten nie in der Grand Ole Opry, ein Instrument wie die Gambe verzaubert immer mehr, Grönemeyer mögen wir nur wegen Grönland, Art Garfunkel, Grand Funk Railroad und Golden Earring sind 70er-, Gumball, The Grid 80er-Geschichte, in »Grand Royal« schmöckern wir Gerne und Gastr Del Sol und David Grubbs sind Geographisch verortet in einer Grauzone, die der Vorspann-Ghostwriter genießerisch dem im Folgenden gnadenlos und gestreng wie unkontrolliert Assoziierenden (und ehemaligen Gutterheart-, also Marc-Almond-Fanclub-Mitglied) aufbereitet hat.
13.10.2011
Zwischen »Dylan, Bob« und »Faces, The« verbirgt sich die wunderbare Welt des 5. Buchstaben des Alphabets, Und wer Elvis vermisst, dem sei gesagt, dass dieser zu groß für die Zuordnung zu einem Buchstaben ist.
Publiziert in skug #63, 6-8/2005
03.10.2011
Knee deep in Disco! Eigentlich müsste jetzt dann mal Schluss sein, aber scheinbar gibt es mehr verlorene Disco-Schätze als instrumentale Surf-Singels aus den Sixties (und schon davon gibt es mehr als ein Beach Sandkörner hat). Mit »Horse Meat Disco III« geht es diesmal in die Nicht-mehr-Overground-aber-auch-noch-nicht-ganz-Underground-Phase der Post-Disco-Hype-Jahre. Quasi Mutant-Disco minus Post-Punk-Motorik auf dem Weg…
28.09.2011
Das Remixgewerbe als das Verschmieren eines Make-Up zu definieren ist schon mal ein sympathischer Zug. Remixologische Dünnbrettbohrungen gibt es eh genug, also wieso statt geheimniskrämerischen Bluffs nicht einfach die Karten offen legen. Claude Van Stroke macht eh, wofür er bekannt ist: Spagatübungen zwischen illegalen Kellerparties und von Getränkeherstellern gesponserten Rambazamba-Aufläufen. Das geht meist gut, lehnt…
28.09.2011
Schon das genudelte Prog-Rock-Synth-Intro schickt das ironische Zwinkern ins Abklingbecken. Nein, hier wird nicht cheesy, greasy oder sleazy Akteneinsicht betrieben, sondern eine Reality Soap aufgeführt, bei der wir Yes plus Trevor Horn auf Rave-Besuch beobachten können. Ibiza ist überall, nur die Beats und die Möglichkeiten der Software sind andere. In seiner ravenden Unfunkyness zeigt dieser…
28.09.2011
DREIUNDZWANZIG MAL DELTA, JENSEITS VON NIL, MISSISSIPPI, MEKONG, RHEIN …
DAZU IST NUR NOCH ZU SAGEN, DASS IM »SEPHER JESIRA« (KABBA-LA) DER BUCHSTABE »DALETH« F?R »WEISHEIT UND TORHEIT« STEHT…
25.09.2011
»Bubbling« wurde Ende der 1980er in Holland erfunden, als aus Versehen eine Dancehall-Platte zu schnell abgespielt wurde und sich die darauf befindlichen afro-karibischen Rhythmen verselbstständigten. Ähnlich Jungle speiste sich das Genre zuerst durch raufgepitche Dancehall-Tracks rund um die beliebten »Fever Pitch«- und »Bam Bam«-Riddims. Es entstand eine eigentümliche, elektronisch befeuerte karibische Riddim-Diaspora, die in Holland…
25.09.2011
Zugegeben – dieser Buchstabe, im Englischen meist als C vorhanden, hat es knalldick hinter den Ohren. Lässt sich mit ihm doch klasse dialektisch zwischen Kunst & Kommerz, Kapital & Konkurs, Kommunismus & Konsumismus, Kleinbürgertum & Kretinismus, Klitoris & Koitus, Kirche & Kommunardentum, Kacke & Kristallen, Kabbala & Kant oder Katastrophe & Komik jede Menge kluger wie krasser Konversationen abwickeln. Kümmert uns im Folgenden aber weniger. Dafür jede Menge (und viele auf Schmierzetteln verbliebene) klingender Kapazunder, mitunter kurioser Kennzeichnungen.
foto: kraftwerk © Magdalena Blaszczuk
16.09.2011
Mit Lady Gagas aktueller CD »Born This Way« könnte der Zenit als transglobaler Popstar auch schon wieder überschritten sein. Aber im Gaga-Land ist Musik bekanntlich nicht die Hauptsache. Dennoch sollte sie nicht gänzlich ignoriert werden.
fotos: gagajournal.blogspot.com
02.09.2011
Mit »Du kannst dir deine Zauberflöte in den Arsch schieben. Mein Briefwechsel mit Wolfgang Amadeus Mozart« legt Austrofred sein mittlerweile drittes Buch vor und lässt auch dabei keine Zweifel darüber aufkommen, wer der eigentliche »Champion« ist.
Foto 1: Austrofred im Gespräch mit Didi Neidhart anläßlich der »20 Jahre skug«-Revue am 6.12.2010 @ Porgy&Bess © Christian König | Foto 2: © Ingo Pertramer
30.08.2011
Slavoj Žižek lässt keine Ruhe. Eine neue DVD und ein schon etwas älteres Buch belegen dies erneut. Ein zwiespältiges Vergnügen garantiert.
13.08.2011
Wieder so ein Präfix-Buchstabe mit vielfältigen Variablen. Jedenfalls dürfen wir diesmal auf Various Artists vergessen und verzichten, dafür verborgene Vektoren vorstellen.
Foto: Karl Valentin
09.08.2011
Von der Urgewalt von Sand über Stock, Aitken & Waterman sowie Stock, Hausen & Walkman bis zu Tim Buckleys magischem Song »Sweet Surrender« könnte S noch reichen, doch kapitulieren wir diesmal einfach. Die Leerstellen können ja selber ergänzt werden.
foto: The Saints
03.08.2011
Mit ihrem in langjähriger Recherchearbeit zusammengestellten Dokumentarfilm »Monks – The Transatlantic Feedback« haben die Filmemacher Dietmar Post und Lucia Palacios (beide waren zuvor u.a. schon bei »The Nomi Song« beteiligt) eine Band, die vor 40 Jahren eine einzige LP herausgebracht hat, wieder ins Rampenlicht geholt. Die Rede ist von den Monks, die mit ihrer Musik gleichsam im Alleingang den Sixties-Beat überwanden und dabei ohne psychedelische Umwege von heute aus gesehen (obwohl damals über Deutschland nicht hinausgekommen) sowohl Punk wie auch Techno vorwegnahmen.
02.08.2011
In »Blödmaschinen. Die Fabrikation der Stupidität« setzen Markus Metz und Georg Seeßlen zu einem Rundumschlag aus, der »Blödheit« nicht nur »Blödheit« nennt, sondern gerade in den Produktionsbedingungen von »Blödheit« auch den Kern neoliberaler Ideologie aufspürt.
Foto: Georg Seeßlen
26.07.2011
Wieder so ein »Wunderkind«, ein »Genie« von eigenen Gnaden, dem die Bürde es jetzt endlich ganz anders und neu zu machen übertragen wird. Dabei ist der 21-jährige New Yorker, dem sein Vater, der Documenta- und Konzeptkünstler Alfredo Jaar, gerne Musik zwischen Erik Satie (schwirrt hier immer wieder als Schatten von Brian Eno durch die Tracks)…
19.06.2011
Was soll dazu noch gesagt werden? Es gibt eine neue (transsexuelle) Sängerin aus Venezuela mit Techno-Roots (Aerea Negrots), statt Antony singt nun die Chicagoer Inkarnation von Sylvester Shawn J. Wright, als Gast gibt es Kele Okereke von Bloc Party, der Musiker und Produzent Marc Pistel (Meat Beat Manifesto, Consolidated) gehört nun auch zum festen Kern,…
19.06.2011
Nach dem Hexenhaus nun also »Nightmare Pop«. So nennen die aus Brighton stammenden Esben & The Witch ihre Musik, die sich vor allem durch Verwechslungen auszeichnet. Statt in den dunklem Nebelwald geht es hier auf benebelte grüne Wiesen, die sich auch in jedem romantischen Mystery-Thriller gut machen würden. Wie bei all den unsäglichen TV-Verfilmungen von…
07.06.2011
Zum Glück steht am Cover nirgendwo etwas von »Future«. Auch wenn sich viele der hier versammelten Genres (Grime, Dubstep, House, Pop) gerne eine »Post« voranstellen (es kann aber auch wahlweise ein »Balearic« oder »Cosmic« sein). Die sofort ins Ohr springenden Hits sind zwar bei Dubstep im House (»E10 Riddim« von Rossi B & Luca sowie…
27.05.2011
Für alle, die HipHop mal mochten und dann in den Nuller Jahren den Weg des geringsten Widerstandes gingen (also das Kapitel für sich einfach abschlossen) eine super Gelegenheit die Ohren wieder zu öffnen und nachzuhören, was sich denn in den letzten zehn Jahren so alles getan hat. Und das war nicht wenig. Von wegen alles…
27.05.2011
Manchmal kommt Musik daher, die klingt als wäre sie gerade aus einer Flaschenpost, einem Zeitloch geschlüpft, ohne dabei Retro oder Teil eines (stattfindenden, kommenden) Revivals zu sein. Sie macht sich einfach quasi singulär breit, hat mitunter Ticks und Macken wie Einzelkinder und ist auch einem gewissen Autismus nicht abhold. Die zwischen 1998 und 2010 entstandenen…
13.05.2011
»DIY-post-punk and electronic confusion« steht am Beipackzettel und dazu kann nur gesagt werden, dass es oft die blödesten und banalsten Begriffe braucht, um gewisse Musik auch nur annähernd beschreibbar zu machen. Je abgelutschter desto besser. Hauptsache sie erfüllen ihre Funktion als Zaunpfähle. Machen wir hier ja auch nicht anders. Auch Nitro Mahalia stricken selber und…
13.05.2011
Unter dem Titel »Kosher Nostra. Jüdische Gangsters in Amerika 1890-1980« zeigte der Künstler und Kurator Oz Almog im Wiener Jüdischen Museum 2004/2005 eine Ausstellung zu einem bis dato beinahe sträflichst vernachlässigten Thema. Zwar zeigten Filme wie »Es war einmal in Amerika«, »Der Pate«, »Bugsy«, »Casino«, »Gangs of New York« oder TV-Serien die »The Sopranos« oder…
05.05.2011