Black Secret Technologies & ihre Clones
Digitaler Rhythm & Blues 2003 & wie er schon 1880 angedacht wurde.
Branko Zindovic, Didi Neidhart
12.05.2004
Digitaler Rhythm & Blues 2003 & wie er schon 1880 angedacht wurde.
12.05.2004
»Deliverance« – ein Titel, der nichts Gutes verspricht. Immerhin bezieht sich nun (nach Mick Harris/Scorn) auch Timbalands Antwort auf Eminem auf John Boormans legendären 1972er Film, in dem ein paar Großstädter (unter ihnen Burt Reynolds) eine vergnügliche Flussfahrt unternehmen wollen (im Sinne der 1970er »Back To Nature/Fit For Fun«-Ideologie) und währenddessen u.a. Ned Beatty von…
24.03.2004
Wer braucht noch Electro-Clash? Blöde Frage, wenn es sich um genau jene Mischung aus Punk-Attitude, queerer No/New-Wave-Ästhetik, Disco-Junk und Glamour-Trash handelt, wie sie hier im Geiste einer gerade zu Camps’schen Pop-Trashologie vorgetragen wird. Oder wenn ich mir darauf so einen Reim machen kann. Denn was sich die Fashion-Victims des A Touch Of Class-Labels so alles…
10.03.2004
1966 ging ein Texaner nach Kalifornien, der Chicago Blues mit Betonung auf dessen rhythmische Qualitäten und ohne überflüssige Soli spielen wollte. Heraus gekommen ist dabei eine frische Mischung aus Hippie-Exploitation, Instant-Psychedelic, Designer-Freak Outs und Beatles-Pfeffer. Alles in höchster und damals in Rockmusikreisen noch eher unbekannter High Fideltity-Stereo-Supersoundperfektion (exemplarisch nach zuhören auf den beiden 1968er Pop-Collage-Meisterwerken…
19.02.2004
Zweimal primär »gitarrendefinierte Musik« für die Disco. Beides mal mit massiven Rückgriffen auf Zeiten, in denen alles möglich schien. Wobei sich Rapture zu The Darkness in etwa wie John Waters »Polyester« (1981) zu Dino De Laurentiis‘ »Flash Gordon« von 1980 verhält. Beide kennen (und lieben) ihre Quellen, scheuen sich dabei aber weder vor knallbunten Pop-Klecksereien,…
17.02.2004
Offen gesagt hat Iggy Pop seit American Caesar« eigentlich nicht wirklich etwas von Belang veröffentlich, was das Tragen eines seiner Tour-T-Shirts auch nur irgendwie rechtfertigen würde. Das war aber auch egal, weil Iggy ja für soviel stand (Vaterschaftsklagen in Sachen Punk, keine Schnarchsack/Artsy Farty-Futzi wie Bowie/Reed geworden, mit Fiftyplus immer noch ein Springginkerl auf der…
17.02.2004
Wie die Sex & Drugs & Rock’n’Roll-Generation Hollywood rettete. Das Wiener Filmmuseum, das im Herbst 2004 nach gelungener Renovierung neu eröffnet wurde, begibt sich auf Spurensuche …
04.02.2004
Aktuelle 1970er-Soul/Funk-Wiedergänger
12.01.2004
Reden wir zur Abwechslung mal über die Musik nach Zahlen plus Random-Faktoren von Kraftwerk. Mittlerweile knallen die »Tour De France Soundtracks« ja auch böllernd aus diversen Generation Golf-Fahrzeugen der oberen Mittelklasse. Klarer Fall von Missverständnis oder doch finales Ergebnis der eigentlichen Wertung von »Deutschland sucht den Superstar«? Oder sind Kraftwerk nun ohne wenn und aber…
30.12.2003
Country ist schon die Pest. Die Hölle sowieso. Vergnügen? Vergiss‘ es! Erlösung? Vergiss‘ es! Ewige Verdammnis? Aber sicher! Frauen haben es in solchen Gesellschaften nicht gerade leicht ihren Stimmen Geltung und Gehör zu verleihen. So verwundert es aber auch nicht, dass diese Wildblumen mitunter sehr selbstbewusst relativ schnell die auch emazipatorischen Möglichkeiten von Schallplatten (damals…
11.12.2003
Jetzt bekommen also auch die (deutschen) Electro-Clasher ihre unglaublich seltsam klingenden »Back From The Grave«-Sampler. War ja nach »Verschwende Deine Jugend« nicht anders zu erwarten und zu wünschen. Auch dass DJ Hell da mit seiner alten Plattenkiste ganz vorne mitmischt. Jetzt also Korg-MS 20-Punk zwischen „Warm Leatherette??? (Weltklang) und eigentümlichem »Jute statt Plastik«-Hippie-New Wave-Electro, bei…
10.12.2003
Weiterführende Anmerkungen zu den Exegesen in Georg Seeßlens aktuellem Filmbuch über Martin Scorsese unter dem Motto »Was macht die Schallplatte im Film?«
05.12.2003
Langsam aber sicher kommt mir meine fast ganze und vor allem die übersehene/überhörte pubertäre Musiksozialisation auf CD wieder entgegen. Nach »In The Beginning There Was Rhythm«, »Disco Not Disco«, »Wild Dub«, »Downtown 81« nun also jener Lärm aus New York, der einmal nicht doch nur wieder seperatistische Salatschüssel im Sinne Louis Farrakhans war, sondern utopischer,…
05.11.2003
Nach der Soul-Jazz-Compilation »In The Beginning There Was Rhythm« geht es hier also weiter mit Dub meets Punk. Wobei diesmal eher die gedubbten Punk-Rocker (allen voran The Ruts, The Clash, Stiff Little Fingers, aber auch zufällige Witzigkeiten wie die heute nach extremsten Prä-Sigue-Sigue-Sputnik klingenden Generation X) im Vordergrund zu stehen scheinen. Denn erst allmählich eröffnen…
22.10.2003
Texas und Funk ist ja auch so ein Kapitel. Denn da verhält es sich ähnlich wie bei Texas und psychedelische Drogen (13th Floor Elevators) bzw. Texas und Garagen-Punk – je repressiver das Klima um einen herum, desto mehr »Fuck You!« Im vorliegenden Fall also »Funk You!« Dabei muss man sich den auf »Texas Funk. Hard…
22.10.2003
Wenn es um französische Popmusik geht, wird mittlerweile ja nicht mehr nur von den »Frogs« und ihrem angeblichem Unvermögen etwas anderes als »Röck’e’Röll« zu fabrizieren geredet. Denn trotz real existierendem, grauenhaftem »Röck’e’Röll«, ist so eine Sicht der Dinge eigentlich nichts anderes als ein dumpf anglo-amerikanisch fixierter Rockisten-Blödsinn. Was spätestens seit der Veröffentlichung des Gesamtwerks von…
22.10.2003
Hinter Queen Of Japan (QOJ) verbergen sich bekanntlich Hans Platzgumer, Albert Pöschl (u.a. Echokammer-Chef, Diska) sowie die umwerfend-faszinierende Discoglitzerkugel-Queen Catriona »Gitarrenkatze« Shaw. Nach der letzten CD »Head Rush« mit kongenial subversiven Electronic-Pop-Covern (»Do You Think I’m Sexy«, »I Love Rock’n’Roll«, »I Was Made For Loving You Baby« aber auch Soft Cells »Seedy Films« und Gillas…
22.10.2003
Frage: Wer hatte Ex-Bruce-Lee-Sparrings-Partner Chuck Norris als Bühnen-Choreograph »to add some new, masculine moves«? Wer musste sich immer das extra für Led Zeppelin gebaute Live-Soundsystem ausleihen, weil sie meist lauter als die Musik waren? Wer produzierte mit »Crazy Horses« (1972) »the most apocalyptic Book of Revelation imagery this side of Dylan/Osbourne« (Chuck Eddy in »Stairway…
22.10.2003
Roy Ayers Konzept von »Blackness« war immer schon ein Mix aus Schönheit und subtiler Polyphonie, aus Eleganz und Utopie mit einem Himmel voller Geigen, die dabei gleichzeitig sphärisch-astral wie asphaltisch-verdreckt klingen konnten. Fast möchte man meinen, hier habe jemand die Barry-White-Idee von Sex & Erotik aus black (Sound-) Politics angewendet und umgewandelt. Denn gerade Tracks…
22.10.2003
Wer, wie MY ROBOT FRIEND auf ihrer »Walt Whitman 12??? EP«, mit einem »Louie, Louie«/»Wild Thing«-Riff loslegt und dann nicht auf Suicide macht, sondern eher – wenn schon – Fischerspooner in Erinnerung bringt, kann eigentlich nicht mehr viel falsch machen, und muss sich daher auch nicht E-Clash schimpfen lassen.
12.10.2003
Reden wir einmal nur über Liebe. Also über ein nichtartikulierbares Begehren. Oder wie Robert Crumb es in den Linernotes ausdrückt: »I know little or nothing, yes, nothing, about most of these women and the musical styles they represent. I don’t even understand the words being sung on any of these records (…). I only know…
05.10.2003
Zwölfincher aus dem Hause Gigolo Records im Ohrtest
01.10.2003
Crammed Discs wurde 1981 von Marc Hollander (Aksak Maboul, The Honeymoon Killers) zusammen mit Véronique Vincent (The Honeymoon Killers) in Brüssel gegründet und sollte sich als Label, aber auch als Art Philosophie als ähnlich einflussreich und in die Zukunft blickend erweisen wie z.B. Adrian Sherwoods On-U-Sound-Label.
28.09.2003
Nachdem wir sogar schon etwas erboste Mails wegen fehlenden Dub/Reggae-Reviews in den letzten Heften bekommen haben, hier nun also sozusagen eine Art Zusammenfassung aktueller Forschungsinteressen und ebensolcher Ergebnisse. Alles weitere kann bei Lloyd Bradley (vgl. »Readable« in skug55) nachgelesen werden.
27.09.2003
Nach dem Gigolo-Überflieger »Superman« und nach der zusammengemixten »Kurbel Compilation 3« (inklusiver eigener Discotier-Taten wie »Sexomatic« und »Cosmic Dancer« nun also die Zusammenfassung all dessen in Form von »Galactic Gigolo«. Und nix ist es mit einer neuen Electroclash-Runde. Stattdessen wird bei »Fly With The Wind« der 1977er »Cosmic Wind« des Mike Theodore Orchestra losgelassen. Also…
14.06.2003
Diese Johnsons bestehen aus drei Ex-Merricks, als da wären Carl Oesterhelt (Carlo Fashion, FSK), Salewski und Hannes Polta. Unterstützung bekommen sie dabei von Christian »Dakar« Kreuz (DisCOPatrol, Ex-Dakar & Grinser). Und das ist gut so und bringt auch die nötigen (Jack Daniels)Schmierflecke in Spiel (»Mexican Fist«). Wobei The Johnsons eine ganz spezielle Mjunic-Mjusic-Machine sind. Reisen…
14.06.2003
Nach der Lektüre von Jürgen Teipels Doku-Roman »Verschwende Deine Jugend« musste man eigentlich nicht lange nachfragen: Die Deutsch Amerikanische Freundschaft war jene Lieblingsband bei der man nie auch nur Handtuchträger hätte sein wollen. Too much too soon, zu heavy, zu psychotisch, zu radikal (auch gegen sich und andere Bandmitglieder), zu viel Drogen, zu besessen, zu…
14.06.2003
Burt Bacharachs Crossover-Appeal, sein universell-cosmopolitischer Ansatz und Anspruch wie auch sein Schöpfen aus den unterschiedlichsten Quellen, ohne dabei einfach nur einen flüchtigen Diebstahl zu begehen, sind, neben seinen Fähigkeiten als Songwriter, Arrangeur und Bandleader (u.a. für Marlene Dietrich) nur einige der Merkmale, warum es eigentlich gar nicht Austin Powers bedurfte um sich in Bacharachs alles…
13.06.2003
Die »Black Panther Party For Self-Defense« wurde im Sommer 1966 vom Jus- und Philosophie-Studenten Huey Newton und dem ehemaligen Raketen-Ingenieur der US-Army (!) Bobby Seale gegründet. Das dringlichste Ziel ihres 10-Punkte-Programms hieß: »Ein sofortiges Ende der Polizeibrutalität und Ermordung schwarzer Menschen«. Anfang der 70er Jahre ist die »Black Panther Party« – laut FBI-Chef Edgar J….
13.06.2003
Und ewig hallt der Blues aus dem Süden, der sich nichts scheißen tut und nach Wellblechhütten und Holzverschlägen klingt. Ich bin ein böser Mann, singt T-Model Ford ganz richtig und sein Bewährungshelfer will davon auch gar nichts wissen. Dafür ist das alles auch wie in einer Zeitkapsel verschlossen (weggesperrt) worden, damit es jetzt noch kurz…
13.06.2003